Prof. Wilhelm Barthlott

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Wilhelm Barthlott

 Curriculum
Further information under W. Barthlott Wikipedia and under Publications.
 
 

Geboren 1946 in Forst bei Bruchsal (Baden-Württemberg).

 

1968 – 1973 Studium der Biologie an der Universität Heidelberg mit den Nebenfächern Chemie, Physik und Geographie, Abschluss Diplom 1972. Promotion 1973 zum Dr. rer. nat. in Heidelberg bei Werner Rauh mit einem Thema zur Systematik, Biogeographie und Oberflächenstruktur von Kakteen.

 

1974 – 1981 Wissenschaftlicher Assistent in Heidelberg am Institut für Systematische Botanik und Pflanzengeographie mit zwei Forschungsschwerpunkten: (1) Einsatz hoch auflösender Raster-Elektronenmikroskopie zur Systematik, Struktur und Funktion pflanzlicher Grenzflächen. (2) Biogeographisch-tropenökologische Arbeiten mit längerfristigen Aufenthalten u. a. in Ecuador, Brasilien sowie der Elfenbeinküste. Habilitation 1981 und Ernennung zum Privatdozenten.

 

1982 – 1985 Professor (C3) und Abteilungsleiter am Institut für Systematische Botanik und Pflanzengeographie der Freien Universität Berlin.

 

1985 – 201Professor (C4) und Direktor am Botanischen Institut und des Botanischen Gartens der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Aufbau eines Lehr- und Forschungsprogramms mit den Schwerpunkten Systematik, Biodiversität und Bionik; Mitarbeit bei der Einrichtung eines Aufbaustudienganges „Ökologie und Umwelt“; Mitarbeit bei der Akademischen Selbstverwaltung (u. a. mehrfach Mitglied des Senats der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität, Vorsitzender der Fachgruppe Biologie, mehrfach Geschäftsführender Direktor des Institutes). 1989 Ruf auf den Lehrstuhl für Spezielle Botanik der Universität Mainz. Seit 1996 Zweitmitgliedschaft in der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Bonn. Ab 2002 Umstrukturierung des Bereichs Botanik in Bonn und Zusammenlegung der beiden botanischen Gärten der Universität zu einer zentralen Einrichtung. 2003 Gründungsdirektor des Nees-Institutes für Biodiversität der Pflanzen der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Tätigkeiten in wissenschaftlichen Kuratorien und Beiräten, bei wissenschaftlichen Zeitschriften (z.B. Associate Editor des Beilstein Journal of Nanotechnology 2010 - 2014) sowie im Vorstand mehrerer Gesellschaften, in nationalen und internationalen Komitees, z.B. „Nationalkomitee Mensch und Biosphäre 1997-1999 Gründungssekretär des nationalen Sekretariats der UNESCO-Kommission „DIVERSITAS“. Mitglied in drei Graduiertenkollegs; gutachterliche Tätigkeiten (z.BFachgutachter der Deutschen Forschungsgemeinschaft). Projektleiter des Langzeitvorhabens (2001 - 2014) „Biodiversität im Wandel“ der Akademie der Wissenschaften und der Literatur zu Mainz. 

 

Ab 2011 Emeritierung und Gründung des Biodiversitäts-Netzwerkes Bonn BION zusammen mit Walter Erdelen (UNESCO), das seit 2013 mit seinem Nachfolger Maximilian Weigend implementiert wird. Abschluss des Akademievorhabens Biodiversität im Wandel (2014). Leitung der Arbeitsgruppe „Biodiversität und Bionik“ am Nees-Institut der Universität Bonn mit dem BMBF-Forschungsvorhaben „Air Retaining Surfaces“ (ARES, 2013 - 2016) mit mehreren Doktoranden und Mitarbeitern.

 

Auszeichnungen, Preise, Akademien

1990 Ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur zu Mainz

1991 Foreign Member“ der Linnean Society London

1997 Karl Heinz Beckurts-Preis für wirtschaftlich-innovative Grundlagenforschung

1997 Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie derWissenschaften und der Künste, Düsseldorf

1998 Nominierung Zukunftspreis des Bundespräsidenten

1998 Orden Andrés Bello des Präsidenten Rafael Caldera der Republik Venezuela

1999 Mitglied der Nationalen Akademie der Naturforscher Leopoldina

1999 Philip-Morris-Forschungspreis

1999 Deutscher Umweltpreis

2001 Treviranus-Medaille des Verbandes Deutscher Biologen

2001 GlobArt Award (Österreich) für grenzüberschreitendes innovatives Denken

2002 Cactus d’Or des Fürstentums Monaco

2004/2005 Scientist in Residence der Universität Duisburg-Essen

2005 Innovationspreis des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

2006 Erster Preis des Hochschulwettbewerbes „Patente Erfinder“ des Landes Nordhrein-Westfalen

2007 Maecenas-Medaille des Universitätsclubs Bonn

2010 - 2014 Director of the Board der International Society of Bionic Engineering (ISBE), Beijing

 

Publikationen

 

Das vollständige Literaturverzeichnis mit über 420 Publikationen (teilweise als pdf verfügbar) ist unter Publikationen oder unter W. Barthlott Google Scholar Citations aufrufbar.

 
Forschungsgebiete

BiodiversitätsforschungGeographische Verteilung globaler Biodiversität und ihrer kausalen Abhängigkeiten, basierend auf den Gefäßpflanzen:  makroökologische Analysen und angewandte Arbeiten im Hinblick auf den Naturschutz sowie im Rahmen des globalen Umweltwandels. Diversität tropischer Sonderstandorte (Modellsysteme Epiphyten und Inselberge). Geographische Schwerpunkte: Südamerika, Westafrika und Madagaskar mit zahlreichen teilweise langfristigen Forschungsaufenthalten.  Biodiversität und ihre Erhaltung und Nutzung in botanischen Gärten und in Megadiversitätsländern (z. B. Biodiversity – a challengefordevelopmentresearchandpolicy: Springer 2001) (siehe auch www.nees.uni-bonn.de.)

 

Systematik, Ökologie und Evolution von Blütenpflanzen mit den Schwerpunkten: Evolution und Ökologie epiphytischer Kakteen, Orchideen, altertümlichen Angiospermen sowie der Lentibulariaceen und anderer fleischfressender Pflanzen, vor allem auch unter Einsatz ultrastruktureller (Raster-Elektronenmikroskopie (REM) von Wachsen und Samen) und molekularer Methoden. Eine komplette Liste der von ihm benannten Pflanzen unter IPNI.

 

Biologische Grenzflächen und Bionik: Basierend auf hoch auflösender Raster-Elektronenmikroskopie und Atomic Force Microscopy (AFM) Strukturanalyse biologischer Oberflächen mit dem Schwerpunkt pflanzliche epicuticulare Wachse. Selbstorganisation und Funktionen mikro- und nanostrukturierter biologischer Grenzflächen. Basierend auf unserer Entdeckung selbstreinigender Oberflächen an Lotus („Lotus-Effekt®), weitergehende Analysen selbstreinigender sowie superhydrophober biologischer Grenzflächen. Aktueller Schwerpunkt sind superhydrophobe, unter Wasser Luft haltende Oberflächen als Vorbild für die Entwicklung (biomimetischer) reibungsreduzierender Beschichtungen im Schiffsbau („Salvinia-Effekt“).

In enger Zusammenarbeit mit Industriepartnern Entwicklung mikro- und nanostrukturierter superhydrophober selbstreinigender bzw. Luft haltender Oberflächenmit erheblichem wirtschaftlichem Potential.