Superhydrophobe selbstreinigende Oberflächen:
Der Lotus-Effekt®


Schmutz perlt mit dem Regen ab. Nach dem Vorbild der mikro- und nanostrukturierten superhydrophoben Blätter der Lotus-Blume beschrieben wir erstmals in Heidelberg 1976 ein Prinzip der Selbstreinigung, das wir seit 1989 intensiv an der Universität Bonn untersuchten (W. Barthlott). Es führte zu einem Paradigmenwechsel in der Oberflächentechnologie und ab 1995 gelangte es mit Partnern aus der Industrie zur Anwendung und ab 1999 zu einem weltweiten wirtschaftlichen Erfolg. Patente und Marken zu Lotus-Effekt® liegen heute bei der Sto AG.

Weiterführende Links:

 


"Lotus Effect“ (Nelumbo), Colored Japanese Wood-cut

Seitei Watanabe (1851-1918) & Shima Art, collection


Superhydrophobie ist ein nur wenige Jahrzehnte alter Begriff, und die Selbstreinigung der Lotus-Blätter und der Lotus-Effekt wurde von uns erstmals ab 1975 wissenschaftlich untersucht. Aber das Wissen darum ist beinahe so alt wie die Menschheit und wird in Jahrtausende alten chinesischen Gedichten beschrieben. Die Heilige Lotus-Blume ist das Symbol der Reinheit im Hinduismus und Buddhismus (Barthlott, Erdelen & Rafiqpoor 2014), die Bhagavad Gita berichtet anschaulich darüber. Basierend auf dem Farb-Holzschnitt von Seitei (Shotei) Watanabe (1851-1918) ist dieser Farb-Holzschnitt der Shima Art Company (ca. 1930) vielleicht die beste historische Darstellung des physikalischen Problems: Ein Spatz hat das Lotus-Blatt gebogen und das Regen- oder Tauwasser rollt rückstandsfrei ab.